• 29/10/2013

    Agenturen benötigen Netzwerke und echte Kooperationen

    kuehn_icon_34„Wie kann eine differenzierende Agenturkultur lebendig bleiben, wenn zunehmend eng mit externen Partnern zusammengearbeitet wird bzw. mehr und mehr nicht IN der Agentur gearbeitet wird?“

     

     

     

    Das Dilemma der Agenturen

    Diese Frage eines Agenturinhabers beschreibt Situation und Dilemma wohl sehr gut. Sie ist eine von einer Vielzahl von Bemerkungen aus meiner aktuellen Onlineumfrage „Freelancer, flexible Beschäftigungen, Netzwerke. Status quo und Zukunft der Zusammenarbeit in Kommunikationsagenturen

    117 Personen aus 87 Inhaber- und 30 Networkagenturen haben sich offen und teilweise recht kritisch zu alternativen Formen der internen und externen Zusammenarbeit in Agenturen geäußert.

    Am liebsten nichts verändern

    Die Agenturen handeln in erster Linie aufgrund von Kundennachfragen, weniger aufgrund von eigenen Strategieüberlegungen und innerer Überzeugung. Anders ausgedrückt, eigentlich würden sie lieber nichts verändern.

    Die wichtigsten Erkenntnisse der Umfrage:

    •  Freelancer sind meistens Ausputzer, seltener Ideengeber auf Augenhöhe.
    •  Teilzeit, Homeoffice & Co. sind eher ungeliebte Erscheinungsformen.
    •  Crowdsourcing befindet sich bei den Agenturen nicht auf dem Radar
    •  Temporäre und feste Netzwerke sind ausbaufähig.
    •  Kooperationen werden meist noch im Kunden-/Lieferantenmodus betrieben.
    •  Innovative Konzepte für agenturübergreifende Netzwerke fehlen.

    Vorsprung durch Führung

    Allein durch Optimierungen von Teilsystemen werden Agenturen ihre Lebensfähigkeit auf Dauer nicht sichern können. Die meisten Agenturen stehen vor einem Musterwechsel. Müsste doch jeden Agenturmanager, der mit seiner Arbeit Normen brechen möchte, gefallen. Doch so einfach ist das nicht.

    Denn die entscheidende Weichenstellung erfolgt über das Führungsverständnis, die Werte und Kultur der Agentur. Vorsprung durch Führung ist angesagt. Und dazu gehört Netzwerkintelligenz als eine der wesentlichen Fähigkeiten für die Zukunft, um alternative Formen der Zusammenarbeit stärker als bisher zu nutzen. Anders ausgedrückt, für Agenturen gibt es Chancen aber auch die Notwendigkeit, kollektive Intelligenz stärker zu nutzen über Netzwerke, Kooperationen mit Spezialisten und Unternehmen, Crowdsourcing, Mobile Working und echte Kollaboration.

    Eine Route wählen

    Als Agentur können Sie wählen zwischen zwei gegensätzlichen strategischen Routen. Wollen Sie Ihre Agentur als ein klar abgegrenztes, geschlossenes System führen und entwickeln? Mit einer einheitlichen Führung und Kultur. Die Positionierung ist wohl die eines Spezialisten, fokussiert auf einen eher eng begrenzten Teilmarkt. Die größte Herausforderung dürfte sein, mit den rasanten Veränderungen und der Komplexität des Marktes fertig zu werden.

    Oder wollen Sie sich mehr mit Ihrem Umfeld vernetzen, Grenzen weiter und unbestimmter ziehen? Hier lauern viele Chancen, aber auch Unwägbarkeiten. Hier wird die Herausforderung sein, über neue  Formen der Führung und Zusammenarbeit nachzudenken. Aber auch, wie Sie in einem Netzwerk für andere attraktiv sind.

    An der Kreuzung der beiden Routen zu warten, hilft genauso wenig, wie der Spagat zwischen beiden.

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